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25 Jahre SportRegion Stuttgart

Die SportRegion Stuttgart blickt 2021 auf ihr 25-jähriges Bestehen. Zum ersten Vorsitzenden wurde am 14. Mai 1996 der Ludwigsburger Oberbürgermeister Dr. Christof Eichert gewählt.

Aus diesem Anlass kommt in der Serie MEIN MOMENT verschiedene Personen aus dem Sportkreis Ludwigsburg zu Wort, die im vergangenen Vierteljahrhundert einen besonderen sportlichen Moment erlebt haben.

Der Sportkreis Ludwigsburg ist seit der Gründung der SportRegion Stuttgart Mitglied und Sportkreispräsident Matthias Mülller ist seit 2009 Vorstandsmitglied der SportRegion Stuttgart. Weitere Vorstandsmitglieder aus dem Sportkreis Ludwigsburg sind Dr. Joachim Wolf - Bürgermeister von Korntal-Münchingen und Jürgen Scholz - Bürgermeister von Sersheim.

Seit fast 40 Jahren ist Dagmar Beck Mitglied des 1. TC Ludwigsburg.
2007 gewann der 1. TC Ludwigburg in Stuttgart den WM-Titel
Das Ehepaar Beck erhielt zahlreiche Auszeichnungen.

MEIN MOMENT | DAGMAR BECK: ERFOLGREICH AUF DER TANZFLÄCHE

Die SportRegion Stuttgart blickt 2021 auf ihr 25-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass kommt in der Serie MEIN MOMENT jede Woche eine Person zu Wort, die im vergangenen Vierteljahrhundert einen besonderen sportlichen Moment erlebt hat. In der achten Folge geht es um die Tanz-Expertin Dagmar Beck.

Dagmar Becks Rückblick

Angefangen als Leistungssportlerin habe ich mit sieben Jahren beim MTV Aalen in der Rhythmischen Sportgymnastik. Meine Schwester hatte mich ins Training mitgenommen. Zehn Jahre lang war ich in der RSG aktiv und gewann zweimal die Deutsche Meisterschaft der Junioren sowie einmal den Titel mit der Gruppe. Mit dem beruflich bedingten Umzug nach Fellbach – mein Vater war Polizist – kam ich 1979 erstmals mit dem Tanzsport in Berührung und tauschte Band, Seil, Reifen, Keulen und Ball gegen einen Tanzpartner ein.

In der Tanzschule Schumann/Klett in Waiblingen lernte ich meinen Ehemann Norman kennen – das war mein Moment im privaten Bereich, denn wir heirateten 1983 und tanzen seitdem unser ganzes Leben lang zusammen. Zunächst nahmen wir für Grün-Gold Winnenden an zahlreichen Turnieren bis in die S-Klasse in Standard und Latein teil. 1983 erfolgte der Wechsel zum 1. TC Ludwigsburg – wir sind dort jetzt seit fast 40 Jahren Mitglied –, wir waren Semifinalisten der Deutschen Lateinmeisterschaft, mehrmals Finalisten der Deutschen Standardmeisterschaft sowie Mitglied im Bundeskader Standard. Als Mitglieder der Standard-A-Formation des TCL wurden wir 1985, 1986 und 1987 jeweils Weltmeister, Europameister und Deutscher Meister. Dafür zeichnete der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker uns, die TCL-Formation, mit dem Silbernen Lorbeerblatt, der höchsten Auszeichnung im deutschen Sport, aus.

1990 wurden Norman und ich Profis und waren mehrmals Finalisten der Deutschen Meisterschaft Standard im Paartanz sowie Finalisten Standard und Kürtanz bei den German Open Championships (GOC), die damals noch in Mannheim und nicht in Stuttgart stattfanden. Mehrmals erreichten wir die Finals bei Welt- und Europameisterschaften und gewannen 1993 die Deutsche Grand-Prix-Serie. 1992 bei der Weltmeisterschaft im Kürtanz in der Berliner Deutschlandhalle erlebte ich dann den ersten von drei meiner großen Momente im Sport. Norman und ich holten zum Thema „Die Schwarze Witwe“ die Silbermedaille und von den 8.500 Zuschauern gab es Standing Ovations, sie haben getrampelt und geklatscht und uns gefeiert – nicht die Weltmeister, die Geschwister Jens und Kerstin Jörgens aus der ehemaligen DDR! Dieses Gefühl damals, das vergesse ich nie wieder!

Mein zweiter Moment im Sport war der Gewinn der Weltmeisterschaft mit der TCL-Formation in der Stuttgarter Porsche-Arena als Trainerin. Das war im Jahr 2007. Im Vorfeld hatte es unheimlich viel Stress gegeben, bis sich alle zusammengerauft hatten, und der Titel kostete viel Schweiß. Die neue Choreographie zu „Barcelona“, der tollen Musik mit Montserrat Caballé und Freddy Mercury, und die erstmals gezeigte „Ludwigsburger Krone“, die im Finale punktgenau passte, erfüllten mich mit Stolz und Freude und erzeugten in mir ein Gefühl, etwas Außergewöhnliches geleistet zu haben. Bis die „Krone“ tatsächlich „saß“ und klappte, hat es ziemlich lange gedauert, wir hatten dazu viel mit einem Ballettmeister aus Stuttgart geübt. Diese Figur war immer ein Knackpunkt und ein Zitterspiel – und wenn sie geklappt hatte, waren alle erleichtert und der Rest der Choreografie lief sozusagen von selbst. Ein ähnliches Gefühl von Freude, Stolz und tiefer Befriedigung wie in der Porsche-Arena 2007 gab mir der Sieg 2009, als unsere Formation in der neu eröffneten MHP-Arena in der eigenen Stadt und vor den eigenen Zuschauern Weltmeister wurde. Das war ein wahnsinniges Publikum, völlig aus dem Häuschen, und wir wurden unglaublich gefeiert – mein Moment Nummer drei!

Nach unserer Profilaufbahn wechselten wir von der Aktiven-Seite auf die Trainerseite und sind nun seit 26 Jahren in dieser Funktion tätig. In dieser Zeit absolvierte ich alle Trainerscheine, wurde Wertungsrichterin S national und international, Landestrainerin von Baden-Württemberg und 2016 von Tanzsport Deutschland zur Verbandstrainerin Standard ernannt. Sieben Mal konnten wir den Weltmeistertitel feiern, drei Mal Gold bei Europameisterschaften und sechs Titel bei den „Deutschen“. Von 1996 bis heute haben von mir betreute Paare fast 100 Jugend-Landesmeistertitel gewonnen. Das freut mich sehr, denn gerade mit der Jugend arbeite ich sehr gerne und es macht mir viel Spaß. Dabei stehe ich ständig vor neuen Herausforderungen, aber die Kids geben mir auch unheimlich viel zurück. Manchmal bin ich auch, sowohl bei den Mädchen als auch bei den Jungen, eine Art „Seelentröster“ und höre zu, wenn sie mit Problemen zu mir kommen.

Oft werde ich gefragt, warum ich und nicht Norman während der Auftritte der Formation an der Tanzfläche sitze. Nun, anfangs saß er dort, später wechselten wir, zum Beispiel ich in der Vorrunde, Norman beim Finale. Aber das brachte das Team dann doch durcheinander, so dass ich jetzt immer unten sitze und Norman oben auf Höhe der Wertungsrichter, damit er aus deren Sicht den Auftritt beurteilen und gegebenenfalls Korrekturen vornehmen kann. Ein Wertungsrichter hatte übrigens damals die Diskussion, wer an der Fläche sitzen soll, mitbekommen und lapidar festgestellt: „Dagmar macht sich optisch besser!“ Auch das Thema „Maskottchen“ wurde oft diskutiert, denn eigentlich ginge es ja auch ohne, aber es war dann der ausdrückliche Wunsch des Teams, dass ich das jeweils aktuelle im Arm auf die Fläche bringe. Bei jeder neuen Choreo gibt es ein neues Maskottchen, es waren beim TCL schon ein Plüschhund, ein Hai und viele andere …

Trotz aller Erfolge und der dadurch erhaltenen Ehrungen – 2008 wurden Norman und ich vom Landessportverband (LSV) als „Trainerteam des Jahres“ ausgezeichnet – wollen wir in erster Linie unserem Stil treu bleiben. Unser Credo: „Wir beziehungsweise unsere Paare und unsere Formationen tanzen nicht nur für die Wertungsrichter, sondern auch für die Zuschauer!“


Dagmar Beck wohnt in Oberrot (Landkreis Schwäbisch Hall). Als Tänzerin gewann sie dreimal WM-Gold mit der TCL-Formation, wurde Vize-Weltmeisterin der Profis (Standard Kür) und führte als Trainerin mit ihrem Mann Norman den 1. TC Ludwigsburg zu zahlreichen Erfolgen und Medaillen.

Schwimmverein Ludwigsburg vs. Schwimmverein Esslingen - Foto: Benjamin Lau
Timo van der Bosch (SVL08) - Foto: Benjamin Lau
"Platsch" - Foto: Benjamin Lau

Vielfalts des Sports - Wasserball

In der Serie VIELFALT DES SPORTS steht in jeder Woche eine andere Sportart im Mittelpunkt. In der sechsten Folge geht es um Wasserball. Die Bilder hat dabei der Fotograf Benjamin Lau gemacht.

Fünf Fakten

     

  • Wasserball gilt als eine Mischung aus Handball und Rugby, da im Schwimmbecken gespielt wird sind für die Zuschauer nur Teile des Oberkörpers, Arme und der Kopf zusehen. Mindestens genauso viel Aktion wie über Wasser findet dabei auch unter Wasser statt. Der Spielball  ist fast so groß wie ein Fuß- oder Volleyball, darf von den Feldspielern aber nur mit einer Hand gespielt werden, der Torwart darf mit beiden Händen spielen. Der Ball kann im Spiel auf bis zu 96 km/h beschleunigt werden. In den 32 Minuten effektiver Spielzeit werden von den meisten Spielern mehr als 2 km zurückgelegt. | https://www.youtube.com/watch?v=mRjv8SO2UQg
     
  • Bereits bei den Olympischen Spielen in Paris im Jahr 1900 wurden Medaillen im Wasserball vergeben, im Endspiel setzte sich damal Großbritannien mit 7:2 gegen Belgien durch. Wasserball ist damit die älteste olympische Mannschaftssportart überhaupt und bis heute  durchgängig Teil des olympischen Programmes. | https://www.youtube.com/watch?v=OCRntB8Plw8
     
  • Rekordmeister im Wasserball ist das Team von Spandau 04 Berlin. Zwischen 1979 und 2019 wurden die Berliner 37-mal Deutscher Meister. Im Jahr 2006 hatte aber nicht Spandau, sondern der SV Canntatt die Nase vorn. Der SVC spielt inzwischen in der 2. Bundesliga. In der höchsten deutschen Spiellklasse (Deutsche Wasserball Liga) treten zwei andere Teams aus der Region Stuttgart an (SSV Esslingen und SV Ludwigsburg). | https://youtu.be/HcebowI9eAs
     
  • Da laut Regelwerk das Schwimmbecken mindestens 1,80 Meter tief ist, müssen die Akteure irgendwie selbstständig dafür sorgen, dass sie sich über Wasser halten. Die meist genutzte Schwimmtechnik ist dabei das Kraulschwimmen. Um im Becken die Position zu halten, wird die sogenannte Eggbeater-Bewegung (Wassertreten) verwendet. | https://youtu.be/89N6GP6t4Js
     
  • Die größten Erfolge der deutschen Wasserball-Nationalmannschaft der Männer liegen mit den EM-Titeln 1981 und 1989 sowie der WM-Bronzemedaille 1984 schon etwas zurück. Ihr höchster Länderspielsieg gelang den deutschen Wasserballern bei der WM 2019 gegen Südafrika mit 25:5. Der höchste jemals erspielt Sieg bei einer Weltmeisterschaft gelang den Ungarinnen gegen Südkorea mit 64:0 (ebenfalls im Jahr 2019). | https://www.zdf.de/sport/zdf-sportextra/wasserball-achtelfinale-suedafrika-deutschland-schwimm-wm-2019-100.html
Tanzsportclub Residenz Ludwigsburg - 1. Bundesliga Latein | Foto: Benjamin Lau
1. Tanzclub Ludwigsburg - A-Lateinformation - 2. Bundesliga Latein | Foto: Benjamin Lau
Tanzsportgemeinschaft Bietigheim - Lateinformation - 2. Bundesliga | Foto: Benjamin Lau

Vielfalt des Sports - Tanzen

In der Serie VIELFALT DES SPORTS steht in jeder Woche eine andere Sportart im Mittelpunkt. In der fünften Folge geht es um den Tanzsport, wenngleich die Erstliga-Saison für 2021 ja leider kürzlich abgesagt werden musste. Die Bilder des Fotografen Benjamin Lau entstanden im Vorjahr beim Turnier der 2. Latein-Bundesliga Süd in Ludwigsburg. Mit dabei: 1. TC Ludwigsburg, Residenz Ludwigsburg und TSG Bietigheim.

Beim Tanzsport wird Tanzen als Sportart ausgeübt. Wettkampfmäßigen Tanzsport nennt man auch Turniertanz. Sitzt dabei mindestens einer der Tänzer im Rollstuhl, ist es Rollstuhltanz.

Als Tanzsport betrieben werden unter anderem die lateinamerikanischen Tänze, die Standardtänze, Rock ’n’ Roll, Boogie-Woogie, Bugg und West Coast Swing sowie Orientalischer Tanz, modern Line Dance, Cheer Dance, Hip-Hop, Showdance, Discodance, Stepptanz, Breakdance, Electric Boogie, Jumpstyle, Gardetanz, Contemporary, und Jazz und Modern Dance. Welche Tänze sportlich ausgeübt werden, unterscheidet sich von Land zu Land. Die ersten drei genannten sind auch bei den World Games vertreten. 2013 wurde auch Salsa bei den World Games in Cali, Kolumbien als Tanzsportwettbewerb in Kooperation des WDSF und der IDO durchgeführt.

Auf Tanzturnieren treten Einzeltänzer, Tanzpaare oder Tanzformationen gegeneinander an. Wertungsrichter beurteilen die Darbietungen unter verschiedenen Gesichtspunkten und vergeben Punkte oder Platzierungsempfehlungen, anhand derer Sieger und Ranglisten ermittelt werden. Ablauf und Form der Turniere können sehr unterschiedlich ausfallen.

Im Sportkreis Ludwigsburg sind aktuell 4 Mannschaften in der 1. und 2. Bundesliga beheimatet. Der Sportkreis Ludwigsburg ist somit zurecht eine Tanzhochburg.

Eisschwimmen mit Martin Tschepe

Die SportRegion Stuttgart blickt im Jahr 2021 auf ihr 25-jähriges Bestehen zurück. Dies nimmt die SportRegion zum Anlass, um in Zusammenarbeit mit Regio TV auf die Vielfalt des Sports hinzuweisen.

In dieser Folge geht es um das Eisschwimmen. Martin Tschepe vom Schwimmverein Ludwigsburg erklärt, worum es sich dabei handelt.

MEIN MOMENT | Perry Einfeldts Rückblick auf die „Volvo German Open“

Perry Einfeldt war als Gründungsgeschäftsführer des Golfclubs Schloss Nippenburg maßgeblich am Bau des Golfplatzes in Schwieberdingen beteiligt, auf dem zwischen 1995 und 1997 die „Volvo German Open“ durchgeführt wurden mit Einfeldt als Turnierdirektor. Zuvor war er als Geschäftsführer beim Baden-Württembergischen Golfverband sowie beim Stuttgarter Golf-Club Solitude aktiv. Im Laufe der Jahre war der gebürtige Hamburger in die Gründung von insgesamt vier Golfclubs involviert. Mittlerweile lebt Perry Einfeldt in Bulgarien, wo er als Geschäftsführer der PE Consulting ltd. tätig ist.

Aus dem Sportkreis Ludwigsburg gibt Perry Einfeldt einen Rückblick auf die "Volvo German Open"

Das Ganze war von Beginn an sehr ambitioniert, eines der modernsten und teuersten Golfprojekte in ganz Europa. Ein super-luxuriöser Platz sollte es werden. Nicht etwa in Paris oder in London sollte dieser entstehen, auch nicht in Mailand oder in Madrid. Sondern in Schwieberdingen, mitten im Herzen der Region Stuttgart. Dort wollte man etwas bauen, das es bislang auf dem ganzen Kontinent so noch nicht gab. Ein 18-Loch-Golfplatz der Extraklasse. Das Feinste vom Feinen.

Die Idee war verlockend, zumal das Projekt in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer der ältesten Ritterburgen der Region Stuttgart entstand: Bis ins 12. Jahrhundert reicht die Geschichte der Nippenburg zurück. All dies reizte mich sehr und so ging ich an Bord: Als Gründungsgeschäftsführer des Golfclubs Schloss Nippenburg war ich maßgeblich am Bau dieser Vorzeige-Anlage beteiligt. Mitte der 90er-Jahre war das. Und man kann sagen: Das Vorhaben glückte. Noch heute zählt der 6.154 Meter lange Par-71-Course, an dessen Entstehung Deutschlands Vorzeigegolfer Bernhard Langer beteiligt war, zu den schönsten Anlagen, die ich kenne.

Viel Geld wurde damals investiert. Die Investoren waren die European Tour gemeinsam mit der International Management Group von Mark McCormack. Das Layout des Platzes stammte von der European Golf Design, einer Tochtergesellschaft der European Tour. Daher stand auch von Beginn an fest, dass Europas Spitzengolfer in Schwieberdingen vorbeischauen würden. Für den Fall der Fälle hatte man vorgesorgt und bereits beim Bau Kabel im Gelände verlegt, welche für die Produktion des TV-Signals genutzt werden konnten. Zudem war das Ganze als Stadionkurs terrassenförmig angelegt worden. Ideale Bedingungen also für ein Top-Golfevent.

Bis 1994 fanden die „Volvo German Open“ in Düsseldorf im angesehenen Golfclub Hubbelrath statt. Ein Jahr später kam die europäische Golfelite dann erstmals nach Schwieberdingen. Und das machte sich in dem kleinen Städtchen im Landkreis Ludwigsburg durchaus bemerkbar. Die Caddys übernachten im Ort und die Luftaufnahmen, die im Fernsehen zu sehen waren, zeigten Schwieberdingen von seiner besten Seite – was vor allem dem Bürgermeister große Freude bereitete.

Die Premiere im Jahr 1995 gewann der Schotte Colin Montgomerie. Ein Jahr später musste das Turnier wetterbedingt nach drei Runden vorzeitig abgebrochen werden. Ian Woosnam aus Wales hatte da die Nase vorn. Die viel größere Sensation war jedoch ein junger Deutscher: Thomas Gögele, den keiner auf der Rechnung hatte, landete sensationell auf dem zweiten Platz. 1997 setzte sich schließlich der Spanier Ignacio Garrido durch. Bernhard Langer wurde Vierter. Aber auch sonst war viel Prominenz vor Ort. Wenngleich die amerikanischen Topstars fehlten, hatten es die Teilnehmerfelder in sich. Sam Torrance und Stuart Cage kamen genauso in die Region wie der ehemalige Weltranglistenerste Severiano Ballesteros. Auch der damals noch sehr junge Alexander Cejka nahm an den „Volvo German Open“ teil und landete 1997 auf dem neunten Platz.

Abends wollten die Stars natürlich nach Stuttgart hinein, besonders die Weinstube Kiste in der Innenstadt hatte es ihnen angetan. Für den Transfer der Stars standen uns 40 bis 50 Fahrzeuge des Namenssponsors zur Verfügung. Überhaupt war Volvo lange Zeit im Golf als Top-Sponsor vertreten. Davon konnten in Schwieberdingen auch die Zuschauer profitieren: Wer einen Volvo fuhr, bekam damals zum Turnier freien Eintritt und (für viele noch viel wichtiger) während des Turniers einen guten Parkplatz direkt am Eingang. Die umliegenden Clubs reagierten damals interessiert auf unser Golf-Projekt in Schwieberdingen. Ich denke nicht, dass Schloss Solitude, Monrepos oder Schönbuch durch etwaige Vereinswechsel viele Mitglieder verloren haben. Dafür waren die Konzepte der Clubs zu verschieden. Es war vielmehr so, dass sich damals der eine oder andere Golf-Interessierte für eine doppelte Mitgliedschaft in zwei Vereinen entschieden hat. Den Club in Sankt Leon Rot, der von Dietmar Hopp unterstützt wird und der inzwischen bundesweit bekannt ist, gab es damals übrigens noch gar nicht. Der wurde erst 1997 gegründet. In jenem Jahr also, in dem die „Volvo German Open“ letztmals in Schwieberdingen ausgetragen wurden. Das Turnier zog weiter nach Berlin. Wie so oft spielte das liebe Geld dabei eine nicht unbedeutende Rolle. Was bleibt ist die Erinnerung an drei schöne Jahre, die ich als Turnierdirektor hautnah erleben und mitgestalten durfte.